Weisheitszahnentfernung – Warum und wofür?

Weisheitszahnentfernung – Warum und wofür?

Jährlich werden in Deutschland ungefähr eine Million Weisheitszähe entfernt. Dennoch kostet die Entscheidung für eine solche Operation häufig einige Nerven.

Souvenir unserer Vorfahren

Bei Weisheitszähnen handelt es sich um ein Rudiment, also ein Merkmal, das im Lauf der Evolution seine Funktion verloren hat. In der Steinzeit dienten sie den Menschen zur Zerkleinerung der Nahrung. Da der Mensch sich im Lauf der Evolution jedoch an gegarte Kost gewöhnte, verloren die Weisheitszähne nach und nach ihre Funktion und bildeten sich zurück.

Das menschliche Gebiss hat, von der Mitte aus gezählt, sieben Zähne in jedem Quadranten, ganz dahinter liegen die Weisheitszähne. Da in einigen Fällen aufgrund der Gebissrückbildung kein Platz mehr für die Zähne bleibt, können die Weisheitszähne unter der Haut hervor- und gegen den Nachbarzahn drücken. In den meisten Fällen tritt dieser Durchbruch der Weisheitszähne zwischen dem 18. und 30. Lebensjahr auf.

Schmerz am Weisheitszahn

Zahnschmerzen durch Weisheitszähne sind keine Seltenheit

Friedliche Koexistenz?

Objektiv betrachtet klingt dies gar nicht so schlimm. Wieso können die Zähne nicht einfach friedlich koexistieren? In den meisten Fällen hat der Weisheitszahn hinter dem siebten Backenzahn nicht ausreichend Platz. Er bleibt also gänzlich oder zum Teil vom Zahnfleisch bedeckt und bietet eine hervorragende Angriffsfläche für Entzündungen, die sehr schmerzhaft sein können.

Ein weiterer unleidlicher Faktor ist die Schrägstellung des Weisheitszahns. Der Zahn drückt in solchen Fälle mit der Zahnkrone gegen den nächstgelegenen Backenzahn und es besteht die Gefahr einer Wurzelverletzung.

Was passiert bei der Entfernung?

Die Entfernung eines oder mehrerer Weisheitszähne geschieht unter Lokalanästhesie, also örtlicher Betäubung. Während des Eingriffs wird das Zahnfleisch über und um den Zahn gelöst, um den Zahn sichtbar zu machen und ihn vollständig entfernen zu können. Nach zehn Tagen können die Nähte entfernt werden.

Da selten ein Weisheitszahn allein Probleme bereitet, werden in den meisten Fällen mehrere der sog. „Achter“ entfernt. Hierbei werden in der Regel die zwei Zähne derselben Seite entfernt, nach einiger Zeit erfolgt die gleiche Prozedur auf der anderen Seite.

Welche Risiken birgt dieser Eingriff?

Die Frage, die sich einem im Zuge jedes operativen Eingriffs stellt, ist die nach dem Risiko. Die Entfernung von Weisheitszähnen gilt in Deutschland als Routineuntersuchung, dennoch bringt natürlich jede Operation Risiken mit sich. In den meisten Fällen klagen die Patienten über Wundschmerzen und gelegentlichen Nachblutungen. Auch Wundinfektionen sind nicht ausgeschlossen. Im Falle einer Weisheitszahnentfernung wird man selbstverständlich ausführlich durch den behandelnden Arzt über die Risiken und Nebenwirkungen des Eingriffs aufgeklärt.

Nach der Operation

Auch wenn die Entfernung der Weisheitszähne dem Betroffenen einiges an Lebensqualität zurückgibt, ist unmittelbar nach dem Eingriff Schonzeit angesagt. Schlaf, Wasser und Schmerzmittel helfen dem Körper, sich schnell an ein unbeschwertes Leben ohne lästige Zahnschmerzen zu gewöhnen.