Fünf Irrtümer über Zahnpflege

Fünf Irrtümer über Zahnpflege

Der Kaugummi ersetzt das Zähneputzen? Es gibt einige Mythen über Zahnpflege, mit denen wir gern aufräumen möchten. Denn nachlässige Mundhygiene kann ernste Folgen haben.

Platz 5: „Von rot nach weiß, immer im Kreis“

Jener Spruch gehört zur Kindheit wie Karius und Baktus und die Drei-Minuten-Zahnputz-Sanduhr.

Tatsächlich ist diese Technik jedoch gar nicht das Nonplusultra für unsere Zähne. Wer von rot nach weiß“ putzt, erreicht jedoch nicht den Bereich unter dem Zahnfleischrand, wo sich liebend gern Bakterien ansiedeln.

Besser: Rütteln! Setzen Sie die Zahnbürste in einem 45-Grad-Winkel auf dem Zahnfleischrand an und bürsten sie mit vorsichtigen, rüttelnden Bewegungen.

Lupe zeigt saubere Zähne

Diese Mythen können Sie beim Thema Zahnpflege getrost vergessen.

Platz 4: „Der Kaugummi ersetzt das Zähneputzen“

Tatsache ist: Kaugummi kauen regt die Speichelproduktion an, wodurch Speisereste von den Zähnen „gespült“ werden. Auch ist bewiesen, dass sich durch das Kauen von Kaugummi nach dem Essen das Säureverhältnis im Mund wieder neutralisiert.

Dennoch sollte klar sein: Kaugummi kauen ersetzt keinesfalls die Zahnpflege!

Platz 3: „Mein Zahnfleisch blutet nicht und ist somit gesund“

Weit gefehlt. Zwar ist Zahnfleischbluten ein Symptom für Parodontitis oder Gingivitis, dennoch bedeutet das Ausbleiben von Zahnfleischbluten keineswegs grünes Licht.

Entzündungen in den Zahnfleischtaschen sind mit der Zahnbürste nicht zu erreichen, nur bei Anwendung von Zahnseide macht sich Anfangs eine Blutung oder ein unangenehmer Geruch bemerkbar. Bei Rauchern kann die Entzündung sogar vollständig ohne Blutung fortschreiten, da dort eine chronische Entzündung vorliegt, nicht eine akute, die eine Blutung als Warnsignal mit sich bringt. Demnach gibt es vorerst keinerlei Hinweis auf die verborgene Entzündung.

Besser: Vorsorge! Auch wer nicht über Zahnfleischbluten klagt, sollte mit Interdentalbürsten und Zahnseide vorsorgen. Denn nur so erreicht man die kleinen Ecken, in denen sich die Bakterien so gern häuslich einrichten.

Platz 2: „Zucker zerfrisst unsere Zähne“

Von Kindesbeinen haben wir gelernt, dass Zucker unseren Zähnen schadet. Dem ist auch so. Jedoch zerfrisst er nicht, wie fälschlicherweise oft behauptet, den Zahnschmelz. Vielmehr ist er ein willkommenes Nahrungsmittel für Bakterien, die auf und zwischen den Zähnen sitzen. Durch die Zersetzung Zucker- und kohlenhydratreicher Nahrung werden Säuren gebildet, die schlussendlich zu Karies führen.

Dennoch müssen Naschkatzen nicht gänzlich auf ihre heiß geliebten Süßigkeiten verzichten. Wer nicht über den gesamten Tag verteilt immer wieder zur Schokolade greift, sondern nach dem Verzehr eine halbe Stunde verstreichen lässt und sich dann die Zähne putzt, kann sich auf der sicheren Seite wähnen.

Platz 1: „Nach dem Essen muss ich mir sofort die Zähne putzen“

Einen häufigen und durchaus folgenreichen Irrtum haben wir zu unserer Nummer 1 erkoren.

Besonders säurehaltige Nahrungsmittel wie Obst, Säfte, Cola/Limo oder Wein erweichen für kurze Zeit unseren Zahnschmelz. Wer also nach dem Leeren des abendlichen Glas Weins sofort zur Zahnbürste greift, tut seinen Zähnen keinen Gefallen. Zahnschmelz bildet sich nicht neu und ist essentiell für unsere Zähne.

Besser: Nach dem Verzehr säurehaltiger Früchte, Getränke oder einem Glas Wein den Mund mit klarem Wasser ausspülen. Nach einer halben Stunde kann man sich dann bedenkenlos die Zähne bürsten.